tierrettung-suedbaden_logoHund entlaufen… was nun? Informationen der Hundeschule Hundefairhalten in Zusammenarbeit mit der Tierrettung Südbaden e.V.

Unüberlegtes Handeln und Panik bringen den Hund nicht zurück.
Bewahren Sie die Ruhe, handeln Sie überlegt.
Wir helfen Ihnen dabei!

 

  • Rufen Sie den Hund. Machen Sie aber immer mal wieder Pausen, um darauf zu achten, ob Sie den Hund hören!
    Dies ist wichtig, wird aber leider immer wieder vergessen.
  • Wenn Sie den Hund sehen: Laufen Sie ihm nicht nach! Wenn er das nicht möchte, werden Sie ihn sowieso nicht fangen können. Wohl aber können Sie ihn weiter vor sich her treiben – schlimmstenfalls auf eine Straße!
    Wenn er Sie ansieht: Bewegen Sie sich langsam rückwärts. Körpersprachlich werden Sie ihn damit am ehesten dazu bewegen, sich auf Sie zuzubewegen. Durch eine (eventuell noch schnelle, unruhige oder gar panische) Vorwärtsbewegung signalisieren Sie dem Hund nur, dass seine Entscheidung zur Flucht wohl berechtigt war…
  • Hinterlassen Sie eine Decke oder etwas ähnliches (z.B. ein Kleidungsstück) am Ort des Verschwindens. Viele Hunde kehren nach dem ersten Schrecken dorthin zurück. Diese Stelle sollten Sie auch regelmäßig kontrollieren. Idealerweise kann eine Bezugsperson dort verbleiben, während sich weitere Bezugspersonen und Helfer zur Suche aufmachen.
  • Wenn der Ort des Verschwindens in der Nähe Ihres Zuhauses ist, sollte gewährleistet sein, dass immer jemand zu Hause ist, falls der Hund selbstständig den Weg zurück findet.
  • Machen Sie das Verschwinden öffentlich. Sprechen Sie mit Passanten, Radfahrern, den örtlichen Geschäften, wen immer Sie antreffen. Hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer, nur so können Sie erreicht werden, wenn es eine Sichtmeldung gibt.
  • Fahren Sie die Gegend des Verschwindens immer wieder mit dem Auto ab. Nicht selten werden Sie den Hund sehen!
  • Mobilisieren Sie Helfer. Je mehr, desto besser! Jeder Bekannte, Freund, Verwandter ist eine willkommene Hilfe, egal ob beim Absuchen der Umgebung, bei Telefonaten mit Behörden oder beim Drucken und Verteilen von Suchplakaten.
  • Tragen Sie sämtliche bekannten Details zusammen. Wichtige Informationen sind unter anderem Rufname, Alter, Rasse, Farbe, Chip-Nr., Charaktereigenschaften, Umstände des Verschwindens, Impfstatus und vieles mehr.
  • Erweiterns Sie langsam aber stetig den Suchradius.
  • Nun ist es Zeit, die Tierrettung bzw. Pettrailgruppe zu kontaktieren. Stimmen die Voraussetzungen, gehen jetzt die Suchhundeteams in den Einsatz.
  • Die Telefonnummer der Tierrettung lautet: 0160/518 77 15 (365 Tage/24h). Diese können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine frühe Kontaktaufnahme ist besonders dann essentiell, falls der Einsatz von Suchhunden in Frage kommt.
  • Nun ist es Zeit, den Personenkreis, den Sie verständigen müssen, zu erweitern. Verständigen Sie Polizeidienststellen, umliegende Tierheime, Tasso (06190/937300), Tierschutzvereine, Tierärzte, Jäger, Jagdpächter, Förster, Busunternehmen, Taxiunternehmen, Bauhöfe, Strassenmeisterein, Bundespolizei, Postboten, Tankstellen, Schulen, Kindergärten, Hundeschulen, Tierkliniken, …
  • Erstellen Sie eine Suchmeldung fürs Internet. Gut geeignet ist wegen der hohen Verteilung Facebook! Denken Sie aber immer daran, Ihre Postleitzahl anzugeben, damit der Landkreis des Verschwindens eindeutig benannt ist.

  • Erstellen Sie Suchplakate und hängen Sie diese großräumig aus. Gut geeignet sind Bushaltestellen, Bäckereien, Imbisse, Kioske. Denn nur wer weiß, dass Ihr Hund abhanden gekommen ist, wird einer Sichtung Beachtung schenken. Nur wer Ihre Telefonnummer hat, kann die Sichtung auch melden!
  • Erweitern Sie den plakatierten Radius. Hunde können problemlos 30km und mehr laufen.
  • Fahren Sie Tierheime persönlich ab. Fundhunde können im turbulenten Alltag der Tierheime schonmal untergehen.
  • Denken Sie auch an einen Aufruf in der lokalen Tageszeitung. Schalten Sie eventuell eine Anzeige am nächstmöglichen Termin.
  • Zeichnen Sie alle Sichtungspunkte lückenlos mit Datum und Uhrzeit auf. Entweder verwenden Sie dafür eine Karte, gut geeignet ist aber auch google maps. Hier können neben Datum und Uhrzeit zu jeder Markierung auch Notizen hinterlegt werden (Wie Laufrichtung, Zustand, etc.).
  • Dies ist nicht nur für unsere Suchhunde wichtig, oftmals lassen sich auch Muster ableiten, ein Laufbild erstellen oder ein sinnvoller Platz für eine Futterstelle erkennen. Die Eintragungen sind dort auch per Mail versendbar und somit können alle beteiligten Personen gut auf dem gleichen, aktuellen Informationsstand gehalten werden. Der Link muss nur einmal versendet werden, neue Eintragungen werden automatisch aktualisiert!
  • Gefunden ist nicht gefangen! Jetzt geht die Arbeit manchmal erst richtig los. Handeln Sie nicht unüberlegt, erschweren Sie nicht sich und uns das Aufgreifen des Hundes.
  • Wir helfen Ihnen beim weiteren Vorgehen. Ansätze sind hier z.B. das Einrichten und Betreiben von Futterstellen, das Einsetzen von Lebendfallen und Wildkameras, das Einzäunen von definierten Arealen und vieles mehr.
  • Enfernen Sie unbedingt alle aufgehängten Suchplakate. Dies sind Sie Ihrer Umwelt schuldig! Abgesehen davon erhöht es nicht gerade die Aufmerksamkeit für diese Plakate, wenn sie jahrelang dicht an dicht anzutreffen sind.
  • Geben Sie unbedingt allen informierten Stellen Entwarnung.
  • Löschen Sie Suchanfragen soweit möglich auch aus sozialen Netzwerken.
  • Idealerweise sollte der Hund nicht nur gechipt sein, sondern auch registriert. Leider wird dies oft von den Haltern vergessen. Ist IHR Hund registriert?
  • Auch sollte der Hund eine Adressplakette tragen oder ein Halsband mit Ihrer Handynummer. Dies senkt beim Finder sehr stark die Schwelle zur Kontaktaufnahme, da nicht erst ein Chip ausgelesen werden muss.
  • Halten Sie ein aktuelles Foto bereit, damit es im Falle eines Falls zeitnah zur Verfügung steht und Sie es nicht erst aufwändig suchen müssen.
  • Dass der Hund im Zweifel gut gesichert sein muss, sollte selbstverständlich sein. Dies gilt insbesondere für den Straßenverkehr, neue Umgebungen oder Extremsituationen wie Silvester oder nach Umzügen, bei Angsthunden und ähnlichem.
  • Mittlerweile gibt es sogenannte GPS-Tracker schon für erschwingliches Geld. Spätestens wenn der Hund fehlt, wird es Ihnen das Geld wert sein – aber dann ist es zu spät!

Dies kann nur ein kleiner Auszug sein. Jeder Fall ist anders!
Rufen Sie mich oder die Tierrettung Südbaden e.V. jederzeit an. Diese ist an 356 Tagen im Jahr während 24 Stunden am Tag für Sie erreichbar unter:

Tierrettung Süedbaden e.V.: 0160/518 77 15
Hundeschule Hundefairhalten: 0172/761 37 82

Weitere Informationen über die Tierrettung finden auch Sie im Internet unter www.tierrettung-suedbaden.de

Unser Team besteht aus:

Nadine Amann mit Navid, Leitung Suchhundestaffel Tierrettung

Nadine Amann mit Navid, Leitung Suchhundestaffel Tierrettung

Verena Schopper mit Merlin, stellvertretende Leitung Suchhundestaffel

Verena Schopper mit Merlin, stellvertretende Leitung Suchhundestaffel

Marcel Köhler, Teammitglied Suchhundestaffel und Notarzt

Marcel Köhler, Teammitglied Suchhundestaffel und Notarzt